Kinderphysiotherapie


Folgende Möglichkeiten bieten wir in der Kindertherapie an:

  1. Das Bobath-Konzept in der  Säuglings- und Kindertherapie
  2. Skoliosetherapie nach Schroth (siehe Skoliosetherapie)
  3. Atemtherapie (auch KG bei Mukoviszidose)
  4. Krankengymnastik bei Haltungsschwächen
  5. Psychomotorik


Das Bobath-Konzept

Das von Dr. Karel Bobath (Neurologe) und Berta Bobath (Physiotherapeutin) in London entwickelte Konzept diente ursprünglich der Behandlung von Jugendlichen und Erwachsenen mit erworbener Bewegunsstörung (z.B. nach Schlaganfall). Es fand jedoch bald auch Anwendung in der Therapie von Kindern und Säuglingen mit angeborenen Bewegunsstörungen (u.a. mit Spastizität / Athetose). Seit den Anfängen der 40er Jahre wurde in stetiger Weiterentwicklung ein Konzept erarbeitet, das auf der Entwicklung der Hirnfunktionen bzw. neurophysiologischer Grundlage basiert und sich durch seinen ganzheitlichen Ansatz auszeichnet. Dieses Konzept wurde bewusst nicht als „Methode" deklariert, dass auch in Zukunft weitere wissenschaftliche Erkenntnisse und empirische Erfahrungen einbezogen werden können.


Die Therapie nach dem Bobathkonzept erfordert eine spezielle Weiterbildung zur Behandlung von Säuglingen, Kleinkindern und Kindern  mit Auffälligkeiten in ihrer motorischen Entwicklung. Gründe hierfür können zum einen Entwicklungsverzögerungen sein, aber auch traumatisch bedingte Ursachen wie z.B. Sauerstoffmangel unter der Geburt oder genetische Faktoren.

Im Gegensatz zu anderen Therapiekonzepten steht hier das individuelle spielerische Verhalten und die Persönlichkeit des Kindes im Vordergrund. Unter der Therapie wird durch eine harmonische Interaktion zwischen Kind, Eltern und Therapeut versucht, die

motorischen Fähigkeiten des Kindes so zu fördern, das dem Kind dadurch Möglichkeiten und Anregungen zur Eigenregulation ermöglicht werden.



Behandlung bei Frühgeborenen nach dem Bobath-Konzept:

Das „Handling", basierend auf dem neurophysiologischen Behandlungskonzept nach Bobath, soll helfen

  • die Einheit zwischen Mutter/Vater und Kind, so umfassend wie möglich anzustreben
  • die Reizüberflutung zu vermeiden
  • den Eltern den alltäglichen situationsbezogenen Umgang mit dem Baby zu erleichtern
  • die Nahrungsaufnahme, Kommunikation, Körperpflege, An- und Auskleiden in den Alltag zu integrieren
  • günstige Bedingungen zu schaffen, um eventuelle sensomotorische Entwicklungsverzögerungen zu mindern, zu verbessern oder zu kompensieren
  • Sekundärschäden zu vermeiden, wie z.B. Lageasymmetrien oder spätere Haltungsstörungen