Bobath-Konzept (Erwachsene)


Das von Dr. Karel Bobath (Neurologe) und von Berta Bobath (Physiotherapeutin) in London entwickelte Konzept diente ursprünglich der Behandlung von Jugendlichen und Erwachsenen mit erworbener Bewegungsstörung. Heute wird es in der Kindertherapie, aber auch speziell in der Erwachsenentherapie angewandt. Das Bobathkonzept für Erwachene wird bei allen Bewegungsstörungen angewandt, die durch Hirnschädigungen hervorgerufen werden (z.B. nach Schlaganfall, Hirnblutungen, Hirntumoren, Hirnverletzungen, Schädelhirntrauma, Kleinhirnatrophie, Chorea Huntingtun, Multiple Sklerose,  Morbus Parkinson,  ALS).

Während der Behandlung lernt der Patient mit Hilfe des Therapeuten normale Bewegungsabläufe am eigenen Körper kennen. Die durch die Schädigung vorhandenen abnormen Haltungs- und Bewegungsmuster müssen gehemmt werden, damit willkürliche, koordinierte Bewegungen ausgeführt werden können.

Die Schulung der Kopf- und Rumpfkontrolle, Gleichgewichtsreaktionen, Gleichgewichtsübertragungen von einer auf die andere Körperseite, stehen im Vordergrund der Behandlung. Als Leitfaden dienen die normalen sensomotorischen Entwicklungsstufen.

Optische, akustische und taktile Stimulation im Sinne von Berühren und Berührtwerden, Bewegen und Bewegtwerden werden in die Behandlung mit einbezogen (sensomotorisches Training). Der Behandlungsbeginn wird möglichst frühzeitig angestrebt, um die Hirnfunktion günstig zu beeinflussen.

In der Behandlung werden Wege gesucht, die Eigenaktivität des Patienten aufzugreifen, zu verstärken und gegebenenfalls zu modifizieren. Je nach Notwendigkeit können Hilfsmittel zur Unterstützung eingesetzt werden.

Die Behandlung wird so alltagsnah wie möglich durchgeführt bzw. in die Bereiche des täglichen Lebens wie Nahrungsaufnahme, Kommunikation, Körperpflege, An- und Ausziehen, Transfer/Fortbewegung - direkt übernommen.